Foto by Carsten Arriens … (US Open 2020)

Hier eine Meta-Überblick über das Feld der Transformativen Technologie.

Die übergeordnete Prämisse der TT: die Zukunft der Gestaltung von Arbeit; einer Gesellschaft, die geprägt ist von einem empathischen, friedlichen Umgang miteinander und das kreative Entwickeln innovativer Lösungen für globale Herausforderungen – hängt von der Verfassung des menschlichen Geistes, des Verstandes ab.

TT stellt sich die Frage: Wie könnte man jeden Menschen dazu befähigen, sein volles Potenzial zu entfalten? Der Glaube dabei: Gemeinsam eine beispiellose Ära des menschlichen Gedeihens zu entwickeln. Dabei wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die TT dem Menschen dienen soll und in einem tiefen, menschlichen Miteinander gründet und nicht darauf abzielt dies abzuwerten oder abzuschaffen.

Also, in dem Feld Transformativer Technologien geht es darum, Technologien zur Unterstützung psychischer Gesundheit und emotionalem Wohlbefinden zu entwickeln. Dies wird versucht durch eine Hebelwirkung konvergierender Technologien und Erkenntnisfortschritte in den Neurowissenschaften und der Verhaltenspsychologie zu erreichen. Ein Zusammenführen verschiedenster Erkenntnisdisziplinen. Technologien versuchen dann diese Erkenntnisse über das Messen innerer körperlicher Aktivitäten objektiv abzubilden.

Es wird viel über die uns umgebende und zunehmende Komplexität gesprochen. Wir sind eingebunden in tiefe, vernetzte und ineinander verwobene Strukturen und Systeme. Was dabei oft vergessen wird, ist die Erkenntnis, dass diese Komplexität auch in unserem Inneren eine Entsprechung hat. Nervensystem, Immunsystem, Hormonsystem, Muskelketten, Gelenkstellungen, Gedankenaktivitäten usw… stehen eben auch in einem tiefen, komplexen Austausch, der nur teilweise steuerbar ist. Das Feld der Psychoneuroimmunologie beschäftigt sich damit.

Mittlerweile gibt es sehr intelligente Wege, Systeme in Organisationen zu beeinflussen. Dasselbe gibt es im Inneren. (Komplexität – und Wege mit dieser umzugehen – entwickelt sich in allen 4 Quadranten). Die Transformative Technologie ist ein Ansatz durch Erkenntnisse aus vielen verschiedenen Disziplinen über das Einsetzen technischer Möglichkeiten Vorgänge im Inneren zu messen und dies in Erkenntnisse zu übertragen, die einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden, unsere Leistungsfähigkeit und unsere Resilienz haben.

Es wird versucht objektive Fakten in Übereinstimmung mit der subjektiven Wahrnehmungslage zu bringen. Mehrere Perspektiven ermöglichen eine subtilere und verbesserte Einschätzung.

Die angehängten Dokumente geben einen guten Überblick über die Wirtschaftskraft dieses Marktes, die Grundideen, die unterschiedlichen Anbieter und die Aufteilung der TT in verschiedene Teilbereiche.

file:///C:/Users/arrie/Documents/coaching/OK/tt/tt%202018.pdf

file:///C:/Users/arrie/Documents/coaching/OK/tt/tt%202019.pdf

file:///C:/Users/arrie/Documents/coaching/OK/tt/tt%202020.pdf

Noch eine persönliche Bemerkung…

Seit 30 Jahren bin ich im Spitzensport tätig. Leistungsdiagnostiken, Laboruntersuchungen, Videoanalysen usw. sind ein wichtiger Bestandteil im Profisport. Und – es wird immer weiter ausgebaut. Jemand, der Videoanalysen für die DFB-Fußballnationalmannschaft federführend organisiert und steuert, hat mir erzählt, was alles in der Vorbereitung auf ein großes Turnier analysiert wird, welche Daten möglicher Gegner zusammengetragen werden, wie viele Personen daran beteiligt sind, wie die Daten aufbereitet werden und wie sie vermittelt werden. Es wird hier wirklich nichts mehr dem Zufall überlassen.

Neben dem Staunen darüber, was alles möglich ist, wirft es aber eher Fragen auf: Wie muss ich denken, damit ich ein Messen aller möglichen Daten für notwendig halte? Geht das nicht auf die Haltung zurück: Das, was ich messen kann, kann ich auch managen und kontrollieren…? Dagegen habe ich grundsätzlich nichts – vorausgesetzt es wird nicht zur einzigen Handlungsmaxime, die dann für alternativlos erklärt wird… Man kann sich im Messen objektiver Fakten verlieren. Oft führt das zu einer Handlungsmüdigkeit. Das ist gut zu sehen im Freizeitsport. Man kann zuverlässig seine Herzfrequenz messen, Blutdruck, Anzeichen einer Herzrhythmusstörung, Schlafqualität, Körpertemperatur, Aktivität des para- bzw. sympathischen Nervensystems, und vieles mehr… Das mag verlockend sein, seine Werte zu kennen, sie mit dem eigenen Körpergefühl zu vergleichen… Aber was dann? Wie genau setze ich die Messdaten in Handlungsschritte um? Was genau sagen mir die Werte eigentlich? Oft tragen sie nur zu einer weiteren Überreizung bei. Weitere Informationen, die verarbeitet werden müssen. Als wenn wir davon in unseren Arbeitskontexten nicht schon genug hätten… Gut gemeint, tragen diese Geräte oft dazu bei, die Stressmuster, die sie eigentlich aufzulösen versuchen, zu verstärken. Das Gegenteil, des Versprechens dieser Messgeräte, tritt ein. Ich weiß hier wovon ich spreche. Gerade Männer, in Führungspositionen, fühlen sich davon angezogen. Es kann eine Hilfe sein und birgt doch die Gefahr des Gegenteils. Denn, was passiert eigentlich im Stress, im Burnout, in der Überforderung? Die eigenen Spürprozesse, das feine Fühlen und Wahrnehmens der vielen natürlichen, inneren Sensoren ist verkümmert. Dagegen mit `äußeren´ Sensoren zu arbeiten – ist daher oft genau der falsche Ansatz.

We substitute what can be measured for what matters. 

Daher: Wer auf Messungen verzichtet und es stattdessen einfach hält. Ein bisschen Joggen, Liegestütze und hin und wieder ein paar einfache Atemübungen macht – braucht kein schlechtes Gewissen zu haben und macht am Ende vielleicht viel mehr richtig als der ganze TT Wahnsinn. Ich bin in beiden Welten zuhause. Wenn ich mich entscheiden müsste – ich würde meine Messgeräte in den Rhein werfen…