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Sich einem Verständnis von Embodiment anzunähern, bedeutet sich nicht nur ausschließlich über den denkenden Verstand zu verstehen, sondern die Intelligenz des Körpers als wichtige Quelle miteinzubeziehen. Unser Erfahrungsspektrum durch Präsenz den körperlichen Prozessen gegenüber auszuweiten. Ein Ergebnis davon ist, dass es oft weniger Aufwand benötigt, schneller und stimmiger (z.B. auf komplexe berufliche Herausforderungen) zu reagieren. Überhaupt Komplexität auszuhalten und nicht direkt eindampfen zu wollen. Der Wahrnehmungs-Radar wird einfach größer, mehr Perspektiven sind zugänglich.

Wir können leicht viel Zeit damit verbringen, Probleme zu überdenken oder reaktiv auf alles zu reagieren, was in unserem täglichen Arbeitsalltag passiert. Oder wir rutschen in Unentschlossenheit und Untätigkeit. Wenn dies unsere gewohnheitsmäßige Art ist zu handeln, kann es schnell geschehen, dass wir uns fühlen als seien wir in einem Hamsterrad, dass wir wenig erreichen, das Gefühl haben stecken zu bleiben. Und wenn die Dinge dann doch mal gut für uns laufen sind wir eher überrascht als zuversichtlich, weil wir gar nicht genau wissen wie der Erfolg zustande gekommen ist.

Bewusst in unserem Körper verortet zu sein und eine Praxis dafür zu haben, wirkt all diesen Schwierigkeiten entgegen: Wir beruhigen unseren hyper-denkenden Verstand, der uns ständig hektisch Lösungen anbietet und im Alarm-Modus ist. Wir halten inne und kommen aus der Reaktivität heraus. Stattdessen entwickeln wir mehr Präsenz, unsere Aufmerksamkeit richtet sich stimmiger aus und wir kommen mehr mit dem in Kontakt, was tatsächlich gerade geschieht – weniger mit unseren Vorannahmen und verzerrten Vorstellungen.

Mehr mit unserem Körper in Kontakt zu sein führt zu einem tieferen und effektiveren Gebrauch unseres Verstandes. Emotionale Intelligenz, eine Sensibilität für unsere Gefühle bereichert das Denken. Und wir zapfen unsere Intuition an, unsere nicht-konzeptuelle Weisheit. So werden Entscheidungen und Handeln insgesamt kohärenter, weil mehr Perspektiven einbezogen werden.

Die Praxis von Embodiment beginnt immer wieder damit sich auf das einzustimmen, was gerade JETZT in uns auftaucht. Aus einer Haltung von Anerkennung und Akzeptanz und neugieriger Untersuchung und Zuwendung. Das führt idealerweise dazu, das wir mehr Klarheit darüber entwickeln, was wir wirklich wollen, was für Bedürfnisse wir haben. Ein Sein mit dem, was gerade auftaucht setzt voraus, dass wir aus unserer Grundkonditionierung des Kontrollieren- und Wissen-Wollens aussteigen. Es bedeutet, dass wir dem Leben vertrauen und verstehen, dass wir ein fließender (Lebens-)Prozess sind. Wir leben das Leben UND werden gelebt. Das führt dazu, dass wir weniger nur aus dem denkenden Verstand heraus handeln, der oft nur nach dem Nutzen einer Situation Ausschau hält. Das hat uns als Menschheit weit gebracht. In den letzten Jahren wird vielen von uns die downside dieser Sichtweise bewusst.

Embodiment hilft auch eine Resilienz aufzubauen, die durch herausfordernde Zeiten trägt. Embodimant bedeutet, den Überblick zu behalten, sich selbst zu Hause zu fühlen und Zugang zu Ressourcen und Weisheit zu haben. Präsenter, freudvoller und selbstbewusster zu sein. In uns einen Raum zu finden, der in allen äußeren Turbulenzen, stabil und gelassen bleibt. Und wenn Körper und Verstand im Einklang sind, dann lassen sich auch unsere Erfolge besser feiern. Denn die Gleichberechtigung von `Erfolgen erarbeiten` und diese dann auch zu ´feiern`, das erscheint unserem Verstand oft nicht notwendig. Die Leere nach einem erfolgreichen Projekt ist oft Ausdruck davon. Dann fällt uns oft nicht viel mehr ein, als gleich ein weiteres Projekt zu starten und wieder im Außen zu suchen – nach der magischen Formel, die uns endlich Erfüllung bringt. Das führt oft zu einer mechanischen Suche aus einem Zustand des Mangels. Und wir leben oft aus dieser subtilen Überzeugung heraus, dass zukünftige Lebensmomente erfüllender sein werden, als der jetzige. Das zukünftige Momente MEHR Qualitäten enthalten, als der jetzige. Dass das nicht so sein wird, ist vielleicht eine der wichtigsten Erkenntnisse auf einem inneren / spirituellen Weg. Der jetzige Moment trägt bereits ALLES in sich, was es braucht um sich erfüllt zu fühlen. Das nur gedanklich zu verstehen, wird kaum möglich sein. Hierzu braucht es eine Praxis, die den körperlichen Empfindungen Raum gibt.

Embodiment, unsere verkörperte Erfahrung im Hier und Jetzt kann zu einer Quelle von Selbst-Führung und Weisheit werden. Ein vertrauenswürdiger Berater. Das mag auf den ersten Blick naiv klingen. Aber…

Wir alle brauchen vertrauenswürdige Quellen und erfahrene Menschen „da draußen“, die uns helfen. Aber ohne die Fähigkeit zu kultivieren, tief unserer eigenen Weisheit und Erfahrung „in uns“ zu vertrauen, wird kein Rat von jemandem „da draußen“ dauerhaften Erfolg bringen und sicher nicht zu tiefer Erfüllung und Freude führen.

„Wo immer du hingehst, da bist du“. Das mag banal klingen, aber es deutet auf eine tiefe Einfachheit hin: Das, was in unserem Leben konstant ist, sind wir selbst. Wir sind natürlich nicht das einzige, was wichtig ist, aber wo immer wir uns gerade befinden und wie immer wir auch handeln – wir werden immer mit uns selbst konfrontiert. Wir alle haben das Ziel uns wohl zu fühlen, uns zuhause zu fühlen, aufgehoben zu fühlen. Und wenn uns das gelingt, dann ist unser Leben und auch unsere berufliche Tätigkeit ein Ausdruck und eine Manifestation dessen. Und dann spüren wir eine Verbindung zu anderen und eine Verantwortung aus Wohlwollen und Respekt und Professionalität zu handeln. Was unser Aufgehobensein dann weiter verstärkt.

All dies beginnt mit einer Praxis. Einer Praxis, durch die wir genau diese Qualitäten versuchen zu kultivieren und zu entwickeln: Nach Hause kommen, mit mir selbst präsent sein, mir zuzuhören, den jetzigen Moment als vollständig zu erfahren. Dann kann ich die oft hektische und komplexe Arbeitswelt ein Stück weit gehen lassen, mich von ihrer vermeintlichen Bedeutung befreien und mehr aus einem tiefen Vertrauen in meine Kreativität und Intuition heraus leben. Dann verstehe ich, dass alle Aspekte meines Seins für meinen beruflichen Erfolg, für Erfüllung im Leben, für Freude entscheidend sind. Sonst ist Erfolg im Außen doch eher ein Misserfolg, oder?

Jede Erfahrung, die wir machen, geschieht in unserem Körper oder wird zumindest vom Körper gespiegelt und ist dort verankert. Unser Körper ist der zentrale Ort unserer gelebten Erfahrung.

Und diese Erfahrungen in ihrer Gesamtheit, können uns helfen intelligente Antworten zu finden, um Erfolg zu haben, stimmige berufliche Antworten zu formulieren, mehr Klarheit zu gewinnen. Und auch die schwierigen Momente können Erkenntnisse für uns bringen, wenn wir sie nicht direkt bekämpfen würden. Wenn wir sie als einen authentischen Ausdruck von uns selbst begreifen würden. Dafür brauchen wir die Fähigkeit präsent in uns zu sein, nach innen gehen zu können, die Sprache des Körpers zu verstehen, die Fähigkeit mit dem Unangenehmen auch bleiben zu können und die Botschaften zu vernehmen – damit wir im Außen weitsichtiger und klarer handeln können.

Wir leben alle in unseren Geschichten, die wir uns selbst erzählen und die sich über die Zeit dadurch festigen. Oft gibt es dafür gar keine Entsprechung im Außen. Sie sind oft verzerrt, meist sehr einfach konstruiert und wir ziehen Erkenntnisse aus ihnen, die unhinterfragt bleiben. Mit ein wenig Phantasie könnten wir ganz andere Geschichten über unsere Leben erzählen. Das Leben verändert sich aber ständig, wir sind ständig in Veränderung und unsere Geschichten bringen diesen ständigen Lebensfluss nicht gut zum Ausdruck. Sie beziehen sich auf Vergangenes, auf Erlebtes – auch wenn das eine wichtige Quelle sein kann, um zu einem Verständnis über uns selbst zu gelangen. Aber wie kraftvoll unsere Geschichten auch sind, sie können nicht die gegenwärtige, unmittelbare, gelebte Erfahrung miteinbeziehen und ausdrücken. Durch eine Praxis des Embodiments, der Präsenz und der Meditation ist das besser möglich. Wir lernen uns besser kennen und brauchen nicht immer Geschichten und endlose Gedankenströme, auf die wir dann irgendwie reagieren und uns dadurch vermeintlich lebendig fühlen. Wenn wir uns in Präsenz üben, in einer Gegenwärtigkeit, die wir körperlich erleben, dann kann sich etwas in uns tief entspannen. Wir vertrauen auf etwas Tieferes in uns, können besser auf Situationen reagieren und sehen uns immer mehr als Teil eines evolutionären Prozesses, der sehr lange vor unserer Zeit begann und noch lange nach uns weiter gehen wird. Das kann tiefen Frieden bringen und aus der Gewohnheit des ständigen Reagieren-Müssens herausführen.

Nur um einem Missverständnis vorzubeugen. Ich sage nicht, dass wir alle Antworten auf die komplexe Welt im Außen in unserem Inneren finden. Natürlich nicht! Was ich klarmachen wollte: Wenn wir unserem Embodiment und unserer Präsenz vertrauen, dann vertrauen wir darauf, dass unsere innere Weisheit weiß, wann z.B. unsere Kompetenzen nicht mehr ausreichen und wir nach Unterstützung im Außen suchen sollten. Wir erkennen klarer und besser, wann wir uns in unserem Denken und Herumrätseln verlieren und wann es einfach Zeit ist, um Hilfe zu fragen. Man könnte sagen, wir gehen uns immer öfter aus dem Weg und lassen Antworten und Handlungen aufsteigen, die aus einer tieferen Ebene in uns kommen. Und wir vertrauen diesen. So kommen wir auch langsam zu einer Ebene, die hinter unseren Antreibern liegt. Z.B. „Ich brauche jemanden, der mir sagt, was zu tun ist, weil ich nicht schlau genug bin“ Das ist immer seltener relevant. Wir vertrauen der Unmittelbarkeit der auftauchenden Antworten tiefer als den Gedankenmustern und alten Geschichten. Und durch Übung können wir diese Unterscheidung immer besser und klarer treffen. Natürlich werden wir weiterhin denken und Situationen rational ergründen. Aber wenn wir beides miteinander verbinden – Verstand und Vertrauen in die Unmittelbarkeit meiner verkörperten Erfahrung – dann werden intelligentere und effektivere Antworten die Folge sein. Und sie werden dazu führen, dass wir auch immer öfter zum Wohle anderer handeln. Denn es ist wissenschaftlich nachgewissen – Empathie hängt wesentlich damit zusammen, wie sehr ich meine eigenen inneren Zustände mitbekomme. Je unsensibler ich mir selbst gegenüber bin, desto mehr werde ich es auch anderen gegenüber sein.

Unser Körper ist DER Ausgangspunkt und Endpunkt für unsere Erfahrungen. Unsere Körper sind Spiegel für uns, um klar zu sehen, was gerade jetzt vorhanden ist. Unser Körper meldet uns zurück, was wir gerade erleben. Wir können unseren Körper „bewohnen“, durch ihn sehen, erleben und spüren und bekommen dadurch so viel mehr mit, was in uns und um uns herum geschieht und was es von uns gerade braucht: Eine Weicheit, die Kraft des Kriegers, den Mut unsere Ängste anzuschauen, die Traurigkeit zu spüren, wenn wir sehen, wieviel Leid uns umgibt usw. Und wenn wir mehr im Einklang mit unserem Körper leben, dann wird das zu einem Ort des Ausruhens und Auftankens. Es braucht dann nicht mehr soviel anderes. Wir können einfach im Hier und Jetzt sein.

Vielleicht war das eine etwas idealisierte Beschreibung und eine Praxis des Embodiments fühlt sich am Anfang gar nicht so an. Das hat dann oft damit zu tun, dass wir es gewohnt sind immer etwas tun zu müssen. Es geht aber mehr um diese spontane Hingeben an das Nicht-Tun. Im Nicht-Tun zu verweilen kann eine Herausforderung sein. Vielleicht tauchen Widerstände auf, Langeweile, Schmerzen. Aber es lohnt sich. Vielleicht erfahren wir eine tiefe, ganz schlichte Dankbarkeit dafür, am Leben zu sein, nehmen Schönheit wahr. Und verstehen, dass wir ein offenes System sind, ein Austausch zwischen dem ganzen Kosmos und unseren kleinsten Zellteilen. Präsenz in unserem Körper zu praktizieren bedeutet einfach, mit uns selbst so zu sein, wie wir sind. Wir versuchen nicht, etwas zu schaffen, zu ändern oder etwas zu tun. Wir kommen zutiefst zu uns selbst nach Hause. Durch Übung können wir beginnen Sicherheit, Wärme und die schöpferische Kraft unserer eigenen verkörperten Präsenz zu erleben.

Ein Programm, dass sich mit Embodiment, Erfolg und Purpose beschäftigt und das ich sehr empfehlen kann:

https://integrallife.com/embodied-success-training/