Photo by Brian McGowan on Unsplash — 

Zitat Slojterdyk: „Die ‚Sorge‘ bewölkt das Dasein so anhaltend, dass sich der Gedanke an Glück gesellschaftlich nicht mehr plausibel machen lässt“

Bei mir kommt gerade alles zum Erliegen. Gerade waren die kommenden Monate noch genau geplant und es lief gut. Und jetzt? Wahrscheinlich auf Monate Stillstand. So wollte ich das nicht haben. Das war nicht die Abmachung mit dem Leben. Und nachdem ich eine Weile noch dachte, das wird schon bald alles wieder weitergehen dämmerte es: Nein, keine kurzfristige Geschichte. Eine völlig unüberschaubare Zeit liegt vor mir.

Ich hatte früher öfter bewusst Auszeiten gesucht. Stille, Meditationsretreats. Aber jetzt ist es anders. Diese Situation entwickelt hartnäckig Macht. Der Verstand tut das, was er immer tut. Er versucht zu  Beurteilungen der Lage zu kommen. Versucht irgendwie Kontrolle über die Situation zu bekommen. Es wird gemeckert, diskutiert, verdrängt, ignoriert, klein geredet, sich angepasst. Alle beteiligen sich. Das lenkt ab von der eigentlichen Erkenntnis: Die Selbstverständlichkeit, mit der wir unser Leben gestalten, planen und kontrollieren ist eine Illusion. Das Leben verläuft nicht so, wie wir es gerne hätten. Manchmal, ja, dann haben wir Glück. Aber wenn ich genau hinschaue, war es nie anders. Wie oft sind in meinem Leben schon Dinge passiert, die mich ganz schnell aus meiner Balance gebracht haben. Morgens noch war alles ok und ein paar Stunden später gab es plötzlich Umstände, die massiv herausfordernd waren. Jeder von uns kennt das. Krankheit, Tod, Existenzängste sind nicht neu. Das geschieht täglich, jede Minute. Nur eben meistens nicht uns und deswegen berührt es uns oft nicht so sehr.

In den letzten Tagen beginnt sich bei mir die Unsicherheit zu legen. Es entspannt sich etwas in mir. Wie las ich gerade in einem Newsletter, Wie seltsam, ich komme ohne weitreichende Pläne aus und fühle mich trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sehr lebendig und verbunden. All das ist immer schon das Leben. Ich bin dabei. Sogar mehr als noch vor paar Tagen… 

Das gefällt mir.