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Was bringt Menschen überhaupt dazu in „Burnout“ Bedingungen zu kommen:

Wenn wir in Entscheidungssituationen sind, die in vielfältiger Weise Optionen bieten – dann bekommen wir schnell inneren Stress. Hintergrund ist meistens ein Antreibersystem in uns, welches die richtige Entscheidung treffen will: Ich will die richtig, richtig, wirklich richtige Entscheidung treffen und dabei noch allem gerecht werden, was von mir verlangt wird. Und genau das ist in der heutigen Zeit unter diesen komplexen Bedingungen einfach nicht möglich!

Wenn eine Entscheidung getroffen ist, dann muss auch das Gewünschte rauskommen, um anderen gerecht zu werden. Man ist eigentlich nur in Ordnung in seiner Tätigkeit, wenn das Ergebnis rauskommt, was geplant ist und als gewünscht betrachtet wird. Dadurch wird man massiv ergebnisabhängig. Wir werden wir abhängig von Zukunftsphantasien, die uns von Anfang an unter Stress setzen. Warum? Weil die Zukunft eben niemals sicher sein wird. Niemand kann die Zukunft sicher berechnen. Über solche Zielvorstellungen – wenn ich das und das mache, dann soll auch das rauskommen – bauen wir einen Stresskontext auf, der dann nicht nur mental, emotional, sondern auch über Stresshormonproduktion massiv den Gesamtorganismus belastet. Dafür brauchen wir bessere Alternativen.

Burnout ist also ein selbsthypnotischer Prozess. Im subjektiven Erleben wird das anders wahrgenommen: Weil die Bedingungen so sind, wie sie sind, geht es mir so… Ich mache also die Umstände verantwortlich. Das ist verständlich. Aber es ist immer die innere Verarbeitung der Situation.

Warum ist das so? Z.B., wenn sie ein Symptom haben und mir sagen: Ich will das nicht haben. Dann könnte ich erwidern: Lassen sie es doch einfach sein. Sie: Ja, wenn das so einfach gehen würde. Warum geht das nicht so einfach? Weil es eine Spaltung gibt zwischen willentlichem Ich und dem unwillkürlichem Es. „Ich will es nicht, aber es passiert trotzdem – gegen meinen Willen“

Wenn jemand ein Symptom erlebt, dann ist die Organisationsstruktur in der Wahrnehmung immer so, dass das willentliche Ich einerseits etwas will, eine bestimmte Zielrichtung und Vorstellung hat, aber das unwillkürliche Erleben – was immer schneller und stärker ist – in eine Gegenrichtung läuft. Willentlich – Unwillentlich in einem Kampf gegeneinander. Wer gewinnt? Immer das Unwillkürliche!

Letztlich geht es also darum willkürliche und unwillkürlich ablaufende Prozesse miteinander in Beziehung, in Kooperation und in eine gemeinsame Erlebnisrichtung zu bringen. Wenn nicht kommen wir in eine Stressbeziehung mit all den unangenehmen Begleiterscheinungen, die wir unter dem Begriff ‚Burnout‘ vereinen.

Wenn wir Symptome entwickelt haben, die wir als schmerzhaft, erschöpfend und unangenehm erleben, dann ist es also wichtig herauszufinden, was auf unwillkürlicher Ebene massiv zu diesem Erleben beigetragen hat. Da muss schon viel Arbeit investiert worden sein: Über innere Bilder von Defizit, Worst-Case Szenarien, Selbstabwertung, innere negative Dialoge usw. All dies können wir natürlich auch nutzen, um in Zustände zu kommen, die wir als ressourcenvoll erleben.

Wir haben nicht eine Vergangenheit, sondern Tausende. Je nachdem, wie ich darauf schaue. Erleben ist Sekunde für Sekunde erzeugbar. Mit einer Imagination ändert sich mein ganzes Erleben auch körperlich. Das ist bei Burnout-Prozessen ganz wichtig zu verstehen. Für Burnout: Es hängt nicht an den Situationsbedingungen an sich! Was laufen für Bilder, innere Dialoge, Phantasien ab?

Es geht um ein intensives Hineinversetzen in Erlebnisnetzwerke – oder sich ‚Hinausversetzen‘ von anderen Erlebnisnetzwerken. Fremdsuggestionen, also Impulse von außen werden am Ende nur dann wirken, wenn sie zu einer Selbstsuggestion werden. Von außen kommen nur Einladungen. Wir gestalten mit unserer Antwort die Wirklichkeit, die wir erleben. Inneres selbstorganisierendes Verhalten sozusagen. Raus aus den Tranceprozesse unseres Alltagserleben. Es geht um Reaktivierung von hilfreichen Erlebnisnetzwerken.

Dabei ist zu verstehen, dass kein Symptom nur psychische Ursachen hat. Es ist immer ein Wechselspiel zwischen körperlichen, mentalen, willkürlichen und unwillkürlichen Prozessen. Es gibt keine Ursachen, sondern nur Wechselwirkungen. Und das ist durch momentane Aufmerksamkeitsfokussierungen änderbar. Es gibt keine linear kausalen Ursachen.

Wie hypnotisieren wir uns nun so, dass wir auch sicher einen Burnout hinkriegen? Wie bastele ich mir einen Burnout, wenn ich noch keinen habe?

Wenn ich 14h am Tag arbeite und das evtl. sogar 6 Tage in der Woche mache, reicht das alleine noch nicht für einen Burnout. Wenn ich abends zwar müde, aber gut gelaunt nach Hause gehe, weil mir meine Arbeit einfach Freude und Inspiration bringt, dann werde ich zwar wenig Zeit für anderes habe, aber es wird mich nicht in einen Burnout bringen. Der IST-Zustand ist dann ok für mich. IST Zustand ok = kein Problem im Erleben. Erst wenn ich anfange, den IST Zustand nicht als ausreichend zu empfinden und ich mich anfange in unterschiedlichen Antreibersystemen zu verlieren, den SOLL-Zustand zu idealisieren, in dem Wissen, dass dieser eigentlich unerreichbare Ziele enthält, persönliche Bedürfnisse vernachlässige, anderen Zielvorgaben Priorität einräume, meinen körperlichen Rückmeldungen nicht folge, sie verdränge, dann ist der IST Zustand nicht mehr ok und ich renne unrealistischen SOLL Vorstellungen hinterher. Dann habe ich endlich gute Chancen auf einen Burnout.

Und daher sind in unserer Gesellschaft besonders die kreativen, hartarbeitenden und viel Verantwortung tragenden Menschen gefährdet.

Was dann oft passiert sind Tipps auf der Verhaltensebene. Freunde, Partner, Arbeitskollegen merken, dass es uns nicht mehr wirklich gut geht. Dann kommen die gut gemeinten, aber nicht hilfreichen Ratschläge: Tritt mal kürzer, Pass mehr auf Dich. Mach mal mehr Sport, usw… Warum sind sie wenig hilfreich? Das wissen die Leute doch schon längst! Aber unwillkürliche Antreibersysteme in uns wirken kraftvoller in uns, als alles kognitive Wissen. Das lässt sich über die Hirnorganisation gut erklären. Einfach erklärt haben wir drei Gehirne im Kopf: Stammhirn, Mittelhirn, Großhirn. Stamm- und Mittelhirn entscheiden über das unwillkürliche Erleben. Diese entsprechen entwicklungsgeschichtlich den älteren Bereichen (Reptilien, frühe Säugetiere). Sprache und Vernunft waren nicht die Wahrnehmungs- und Kommunikationsprozesse. In der Literatur wird eher von bildhaften Vernetzungsprozessen gesprochen, die in Situationen, die schnelles Handeln erfordern, automatisiert miteinander ‚feuern‘. Das sind ja evolutionär betrachtet auch sinnvolle Mechanismen gewesen. Ein oft zitiertes Beispiel hierfür ist der Säbelzahntiger, der plötzlich vor einem Menschen aufgetaucht ist. Damit man überhaupt eine Chance aufs Überleben hat muss ES (eine sinnvolle Reaktion) automatisiert und blitzschnell passieren. Diese Prozesse sind bis heute in uns wirksam und organisieren unsere Wahrnehmung immer noch. Deswegen brauchen wir Kommunikationsprozesse, die vor allem die Sprachen des Stamm- und Mittelhirns ansprechen – Imaginationen, Ritualisierungen, körperliche Interventionen, usw…

Die entscheidende Frage ist immer: Was springt im Moment / in einer Situation für ein dominierendes Erlebnismuster an und steuert das emotionale und kognitive Verhalten? Das ist nicht nur aus dem Individuum erklärbar. Der Kontext ist immer miteinzubeziehen. Hier gibt es Wechselwirkungen. Die systemischen Bedingungen sind also mit einzubeziehen.

Das bedeutet, dass systemische Interventionen auf Organisationsebene selbstverständlich auch wesentlich sind. Es kann also sein, dass eine Organisation sich mit Gesundheitsmangement auseinandersetzt, weil sie erkannt hat, dass Menschen unter Stress, fehlendem Miteinander, einer rein profitorientierten Ausrichtung, evtl. weniger kognitive Kompetenzen haben. Archaische Grundstrategien im Stamm- und Mittelhirn (Kampf, Flucht, Todstellreflex) werden dann eher handlungsleitend. Die Folge ist ein undifferenzierteres Wahrnehmen, Handeln und Entscheiden.

Was brauchen wir also, wenn wir Burnout-Erleben vermeiden wollen?

Es braucht Unterstützung von Feedbackprozessen von innen heraus. Wie kann man das gestalten?

Kognitive Informationen haben alle. Das hilft offenbar nicht. D.h., hier kann nicht die (ausschließliche) Lösung liegen. Es geht eher um eine Art Ambivalenzcoaching. Ein Management von inneren Widersprüchlichkeiten und Polaritäten. Polaritäten sind letztlich nur über eine Meta-Ebene in Balance zu bringen. Man könnte sagen: Der erste grundlegende Schritt ist die Anerkennung, dass Polaritäten nicht aufgelöst werden können. Das ist schwer anzunehmen. Aber eine Auseinandersetzung bringt zukunftsfähigere, dauerhaftere Lösungen

Jetzt ist es mir endgültig zu viel mit dem Arbeitspensum! Ist es endgültig zu viel mit dem Arbeitspensum? Das machen wir ständig. Treffen innere Aussagen und hinterfragen sie im nächsten Moment. Es ist also nicht genug in der Sehnsucht nach Jetzt ist es mir endgültig zu viel mit dem Arbeitspensum! zu bleiben.

Das sind die inneren Zwickmühlen, in denen wir uns ständig befinden. Z.B. kann ich Ihnen als Coach sagen: Reduzieren Sie doch Ihre Arbeitslast. Dann sagen Sie: Das setzt mich unter Druck. Sage ich: Dann lassen Sie es doch so. Dann passt das auch nicht richtig. Sage ich nichts dazu – fehlt auch etwas. Das wäre ein Beispiel einer Zwickmühle, in denen sich Coaches und Berater manchmal befinden. Die Lösung scheint eher in einer transparenten Meta-Kommunikation zu liegen. Die Zwickmühlen in Ich-Botschaften zu benennen, offenzulegen: Ich bin schon wieder eine Zwickmühle und weiß nicht wie ich sie lösen kann.

Dann: Die Sehnsucht eine passende Lösung zu finden, die allen Umständen gerecht wird – und die es nie geben kann – zu würdigen. Das möchte ich. Das wäre mein Wunsch. Das suche ich. Und dann davon Abschied zu nehmen und das zweitbeste Ziel zu suchen.

Das geht am besten aus einer inneren, fragenden Position. Wissen, Annahmen, Körperrückmeldungen, Atmung, innere Bilder, Vorstellungskraft – all das wird genutzt und es werden Fragen daraus formuliert. Es geht um eine steuernde Meta-Position, die am besten durch eine 2. Person unterstützt und begleitet wird. Unterschiedliche Realitäten werden dann auf stimmig oder nicht-stimmig geprüft. Nochmal wichtig: Je mehr innere Intelligenzen dazu eingesetzt werden, desto umfassender können Realitäten wahrgenommen werden und desto kreativer können sie gestaltet werden. In manchen Konzepten würde man das Felt-Sense nennen. Die gespürte Zukunft, die sich jetzt in diesem Moment über ein Fühlwissen zeigt und deren Stimmigkeit mit allen Sinnen wahrgenommen werden kann. Das verstärkte Wiedereinsetzen körperorientierter Ansätze der letzten Jahrzehnte liegt hierin begründet. Dazu braucht es natürlich ein Grundverständnis unserer kulturellen Konditionierung, die auf Körperliches nicht viel Wert legt (oder in einen eher oberflächlichen Körperkult zu gehen. Wie oft auch im Spitzensport). Wir reden in diesen Zeiten viel über den Umgang mit Komplexität. Dazu gibt es mittlerweile sehr weitentwickelte und intelligente Modelle. Aber wo ist der Wunsch den extrem komplexen Vorgängen in unserem Körper Aufmerksamkeit zu schenken? Umgang mit der inneren Komplexität?

Z.B. gibt es kaum eine Wahrnehmung darüber, wie sehr Lebenssinn von unseren körperlichen Möglichkeiten beeinflusst wird. Ich meine dabei nicht nur Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson. Mein Vater habe ich 25 Jahre lang erlebt, wie ihn Parkinson verändert hat und bis zu seinem Tod eingeschränkt hat. (Nur nebenbei erwähnt hat er in 25 Jahren niemals mit seinem Schicksal gehadert und lebte Zufriedenheit auch unter diesen Umständen so gut es ging). Es geht mir eher um die körperlichen Zustände, die wir noch als ganz ok oder nicht optimal, aber ich komme ganz gut zurecht bezeichnen. Oft haben wir sehr klare Vorstellungen, wie wir  –  im mittleren Lebensdrittel angekommen  –  die kommenden ein, zwei Jahrzehnte leben wollen. Welche beruflichen Projekte uns noch inspirieren und umgesetzt werden sollen. Oder, wie wir uns unser Privatleben im Alter vorstellen. Durch unsere Fähigkeit komplex zu denken, analytisch zu planen, nachzudenken usw. haben wir oft eine große Klarheit, was entstehen soll. Was viele von uns dabei massiv unterschätzen, ist, darüber nachzudenken, ob wir physisch, biologisch auch dazu in der Lage sind diesen Visionen und Zielen auch zu dienen, diese umzusetzen. Wenn wir uns nicht den komplexen inneren Prozessen zuwenden – einfach ausgedrückt: unserer körperlichen Gesundheit und Vitalität – dann werden wir an Limitierungen bei der Umsetzung stoßen. Es wird uns an Frische, Kraft und Energie fehlen.

Körperliche Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit den eigenen Körper zu spüren und wahrzunehmen bahnt Wohlbefinden. Und mit Wohlbefinden bin ich besser in der Lage Dinge umzusetzen.

Unser Erleben ist immer ein Zusammenspiel aus Vorannahmen, Glaubenssätzen, Gefühlen, Körperkoordination, Gesten, Atmung, Bewegungen, Mimiken usw… Nichts ist dabei die Ursache, alles ist in Wechselwirkung. ABER: Die Körperkoordination ist ein sogenannter Attraktor. Sie wirkt stärker als andere Elemente im Netzwerk. Stärker auch als Imagination. Wenn Sie die Körperkoordination ändern, ändert das die Vernetzung von Zellen und dadurch ändert sich Erleben. D.h., wenn sie nur ein Element aus dem ganzen Netzwerk aufrufen – und es ist ein starkes Element – dann hat es die Tendenz das ganze Netzwerk zu aktivieren. Wenn sie also nur die Körperkoordination ändern (die am schnellsten willentlich geändert werden kann) bahnen sie anderes (gewünschteres) Erleben.

Kurz gesagt: Erleben wird IMMER durch eine Körperkoordination beeinflusst. D.h., bei Druck und unangenehmen Stress haben sie eine andere Körperkoordination, als wenn es ihnen gut geht. Ob sie das wollen oder nicht!

Seit 30 Jahren bin ich im internationalen Profitennis tätig. Wenn ich EINE Technik, ein Tool benennen müsste, das mich während eines großen und wichtigen Turnier-Matches am schnellsten in einen Zustand von Flow, Fokus und Klarheit bringen würde, dann würde ich mich für Folgendes entscheiden: Das Aufrufen innerer Bilder eines vergangenen Matches, in dem ich genau diese Qualitäten zur Verfügung hatte UND das gleichzeitige Spüren meines Körpers, wie er sich in diesem vergangenen Match gefühlt hat. Damit in Kontakt bleiben, den Kopf und seine Gedanken in der Tennis-Tasche lassen und aus dieser Energie herausspielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein gutes Match wird ist sehr hoch…

Also, es geht um Bahnung von hilfreichen Assoziationen. Körperkoordination bahnt das an: Eine Haltung annehmen, mit der sie Überblick haben, mit dem Gefühl von Schutz und Sicherheit Dinge anschauen können, mit der entsprechenden Atmung. Wie wäre die? Sie haben sie schon erlebt

Die ganzen Dialoge von Antreibern können sie nicht abstellen, weil unwillkürliche Prozesse schneller sind. Wegmachen geht nicht – nur kooperieren und nutzbar machen. Denn wenn man wirklich was verändern will, braucht man Kraft dafür und dafür brauche ich erst mal eine entsprechende Haltung.

Die Konzepte des inneren Schweinehundes oder Aussagen, dass der Leidensdruck nur noch nicht hoch genug ist – sind wenig hilfreich und verhindern geradezu Veränderung. Die Bereitschaft zur Veränderung ist ja da, aber die Fähigkeit wird mit Leid geringer (kleiner, verkrampfter, enger, zynischer). Kortisol wird verstärkt produziert und Stress manifestiert sich immer mehr. Wenn man wirklich etwas verändern will, dann brauche ich Kraft dazu. Für Kraft brauche ich eine Haltung, die Sicherheit, Überblick, Flexibilität vereint. Das haben wir alle in uns als Erfahrungen gespeichert. Und dies müssen wir in uns wieder aufspüren. Im Außen herumzusuchen bringt da nicht viel. Es braucht eine Hinwendung zu unserem inneren Erleben, zu Körperprozessen, zu Atmung, zu kraftvollen Bildern in uns – und das braucht eine stimmige Übungspraxis.

Ich höre oft von Klienten: Ich weiß gar nicht, was es für Training gibt, welche Sportarten usw. Da spricht mich gar nicht viel an. Das verstehe ich gut: Aber die Frage ist mehr: Welche innere Qualitäten wollen sie durch ein Körpertraining überhaupt entwickeln? Ruhe, Abstand, Klarheit, Konzentration, Empathie, Dankbarkeit, eine weite Wahrnehmung, oder was ??? Dann wird es spannend. Wie kann ein Körpertraining gestaltet werden, das diese Qualitäten kultiviert? Mehr Feuerenergie? Klare Ansagen machen und Grenzen setzen – geht es mehr darum? Oder mehr um Wasserenergie. Ein Mitgleiten in den Umständen aus Gelassenheit heraus? Erdenergie? Das Finden eines Zentrums in mir, dass auch unter herausforderndsten Bedingungen ruhig und zentriert bleiben kann? Oder mehr Luftenergie? Ein Öffnen meiner abgrenzenden Ich-Grenzen und die Zuwendung zu größeren, mich übersteigenden Perspektiven? Daraus können Übungswege entstehen, die Körper und Verstand in Einklang bringen, die High-Performance Kontexte mehr mit der Kraft von Stille und Herz verbinden.

Wir alle haben Zugang dazu. Jeder hat irgendwie Kontakt zu seinem Körper, weil wie sonst kommt man durch eine Tür? Es sind eher gelernte Glaubenssyteme, dass ein achtsamer Kontakt mit Körperfeedback nicht zulässig, hilfreich und wertvoll sei. Das ist oft Ausdruck eines Wertesystems, welches einen schützt. Z.B. Lass das lieber. Da machst Du Dich lächerlich. Und das ist nicht dumm. Auch das muss berücksichtigt werden.

Das Ziel dieser Arbeit wäre die Aussage: Mein Organismus ist ein ganz wichtiger Beziehungspartner von mir, den ich achtungsvoll loyal, liebevoll beachten sollte, gerade damit ich achtungsvoll mit anderen umgehen kann.

Es ist noch soviel zu tun! Und es reicht auch!

Woran spüren sie es reicht?

Teil 1 + 2 dieses Blogbeitrages sind durch die hypnosystemischen Ansätze von Dr. Gunther Schmidt inspiriert