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Der Weg zu persönlicher Peak Performance und Meisterschaft läuft über 3 Quellen:

1. Man schaut, was es für Störungen gibt. Innere Zustände, die verhindern, dass ich in einen Zustand von Flow und Excellence komme. Das können Glaubenssätze sein, die ich seit vielen Jahren mit mir herumtrage und die mir so vertraut sind, dass ich keine Distanz dazu mehr einnehmen kann. Verzerrte Wahrnehmungen über Situationen. Perspektiven auf Umstände, die mich immer wieder bremsen. Selbstbilder, die eher defizitär sind. Eher reaktiv statt proaktiv. Und natürlich haben oft auch Lebensstile und körperliche Zustände einen negativen Einfluss und erschweren einen Zugang zu Ressourcen.

Man versucht also negative Zustände zu reduzieren. Das ist eine wichtige Quelle auf dem Weg zu Peak Performance. Das ist das Feld der Psychologie und unterschiedlichen Therapieformen. Es geht hier um eine tragfähige mentale Gesundheit. Damit ich genug Kapazität habe, um mich den positiven Zuständen zuwenden zu können.

Wichtig ist dabei zu verstehen, dass eine Auseinandersetzung mit limitierenden, inneren Zuständen, nicht automatisch positive Zustände entwickelt. Die tägliche ‚Unhappiness‘ mancher Menschen wird damit nicht wirklich adressiert.

Zustände, die Peak Performance verhindern:

  • Eher ein Fokus, auf negative Ergebnisse und Erwartungen des eigenen Handelns.
  • Oft in Gedankenketten versunken
  • Intensive Beschäftigung mit sich selbst.
  • Oft abgelenkt, es fällt schwer bei einer Sache zu bleiben.
  • Eher ergebnisorientiert, als eintauchend in die Unmittelbarkeit der Tätigkeit.
  • Auf Wirkung nach Außen ausgelegte Performance.
  • Ungesunder Lebensstil.

 

2. Es muss eine Art von Training stattfinden, welche bewusst die positiven Zustände kultiviert. Das Feld der positiven Psychologie begann in den 90er Jahren systematisch und kulturübergreifend zu erforschen, welche inneren Zustände, zu Peak Performance und ‚Happiness‘ führen.

Diese ist eine weitere Quelle und in jedem Fall notwendig, wenn ich bewusst Peak Performance Zustände entwickeln will. Wenn man sich die unterschiedlichen Ansätze anschaut findet man ähnliche Faktoren. Die individuelle Ausprägung ist jedoch verschieden.

Charakteristiken von Flow States, Peak Performance States:

  • Es sind alle Fähigkeiten vorhanden, um Situationen meistern zu können.
  • Sehr Schwierige Umstände werden in handhabbare Herausforderungen transformiert.
  • Während der Handlung ein Zustand von Präsenz, Fokus und Ruhe.
  • Freude am unmittelbaren Handeln.
  • Hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit.
  • Zeitgefühl verändert sich.
  • Körper und Verstand sind im Einklang.
  • Fehler werden schneller akzeptiert und losgelassen.
  • Mühelosigkeit. Handeln wird eher zu einem stimmigen, automatischen Muster.
  • Volles Engagement. Abwesenheit von Müdigkeit.
  • Die Fähigkeit selbstorganisierend mit Komplexität umzugehen verbessert sich.
  • Lebenszufriedenheit erhöht sich.

Ein erster Schritt kann dann sein, die Qualitäten zu identifizieren, die mehr Beachtung brauchen und diese gezielt zu trainieren. Wir haben alle eine großen Pool an Peak Performance Erfahrungen. Diese gezielt zu erkunden, zugänglich zu machen und die Qualitäten darin ausfindig zu machen ist wesentlich, wenn wir zukünftige Peak Performance Zustände wahrscheinlicher machen wollen.

 

3. Die ersten beiden Quellen sind mehr ein westlich geprägter Ansatz. Der Fokus liegt mehr darauf Peak Performance in wichtigen Momenten, Situationen zugänglich zu machen. Z.B. versuchen wir dies im Spitzensport zu entwickeln, damit ein Athlet für ein großes Center Court Match mit den Qualitäten in Kontakt kommen kann, die er für eine optimale Performance braucht. In anderen Kontexten wäre das vielleicht ein wichtiges Meeting mit Investoren oder richtungsweisende strategische Entscheidungen in einem Unternehmen. Die Person, die das zu verantworten hat, tut dies am besten in einem Zustand von Peak Performance.

Die 3. Quelle orientiert sich an den östlichen Traditionen. Hier geht es eher um eine „Performance“ im täglichen Leben, in jedem Lebensbereich, im Kontakt mit anderen. Moment für Moment für Moment. Es geht hier nicht um eine Unterscheidung in wichtige und weniger wichtige Lebensmomente. Es geht um Grundhaltungen dem Leben gegenüber. Und man merkt sofort, dass der Begriff Performance hier nicht stimmig ist. Es geht in dieser 3. Quelle um die Entwicklung zeitloser Qualitäten (Gleichmut, Mitgefühl, Dankbarkeit, Großzügigkeit, Menschlichkeit, Vertrauen, Transzendenz). Um die Entwicklung von Tugenden. Um eine Meisterschaft des täglichen Lebens in seiner Gewöhnlichkeit, seiner Hektik und Komplexität. So wie es sich eben jetzt gerade zeigt. Z.B. jetzt gerade in einer Situation, in der ein Virus uns dazu aufruft zu überprüfen, was wir an Bewältigungsressourcen zur Verfügung haben – für uns und und in der Unterstützung anderer.

In der 3. Quelle liegen für mich auch viele Ressourcen für den Umgang mit Scheitern. Denn wir können uns nur auf den Weg in Richtung Peak Performance machen. Es für mich in jedem Fall ein lohnenswerter Weg. Es ist ein Weg in die Verantwortung für das eigene Denken, Fühlen und Handeln. Aber es braucht eben auch immer wieder die Demut anzuerkennen, dass sich nicht alles planen lässt, dass Wege statt in Peak Performance auch mal in eine Sackgasse, ins Scheitern führen können.

Nochmal kurz zusammengefasst: Peak Performance erreichen zu wollen, bedeutet sich mit den inneren Störfeuern auseinanderzusetzen, die bremsend wirken. Und es bedeutet, positive Zustände zu identifizieren und zu entwickeln, die zwingend notwendig sind, wenn Peak Performance Zustände das Ziel sind. Ferner schaut man, wie zeitlose, tugendhafte Qualitäten kultiviert werden können, die die Qualität von Peak Performance States verbessern und sie gleichzeitig in einen größeren Kontext setzen.

Vereinfachend könnte man es so ausgedrücken: Im Westen legen wir mehr Wert auf unser Tun und Handeln. In den östlichen Traditionen mehr auf das Sein, die grundlegende Lebenshaltung.

Dan Brown formuliert es so: Flow + Charaktereigenschaften und Tugenden = Meisterschaft des täglichen Lebens